Download dominiert – 7 von 10 Games in Deutschland werden digital gekauft

er Spielemarkt in Deutschland erlebt eine anhaltende Verschiebung hin zum digitalen Vertrieb: Rund 68 Prozent aller PC- und Konsolenspiele werden 2024 als Download erworben. Das bedeutet einen signifikanten Anstieg um acht Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr, wie der game – Verband der deutschen Games-Branche auf Basis von YouGov-Daten bekanntgab. Nur noch knapp ein Drittel der Spiele wird auf physischen Datenträgern verkauft.

Die Gründe für diesen Wandel sind vielfältig: Indie-Games, Blockbuster-Titel im „digital only“-Format sowie Early-Access-Modelle wie bei Baldur’s Gate 3 oder Enshrouded setzen vollständig auf den digitalen Vertrieb. Auch die Digitaleditionen moderner Konsolen ohne Laufwerk treiben die Download-Zahlen nach oben.

Die Plattformwahl ist entscheidend: Bei PC-Spieler:innen ist der physische Datenträger inzwischen fast vollständig verdrängt – 99 Prozent der PC-Games werden als Download gekauft. Im Konsolenbereich bleibt der physische Markt hingegen stabiler: Zwar steigt auch hier der Digitalanteil auf 44 Prozent, doch 56 Prozent der Konsolenspiele werden weiterhin als Disk-Version gekauft. Gründe hierfür sind unter anderem Sondereditionen, Sammlerinteresse und der Wunsch nach einem sichtbaren Regalbestand.

Alter beeinflusst Kaufverhalten

Der Download-Boom ist insbesondere in der Altersgruppe der 20- bis 29-Jährigen ausgeprägt: 77 Prozent dieser Spieler:innen setzen auf digitale Käufe. Bei den über 50-Jährigen zeigt sich ein gegenläufiger Trend: In der Altersgruppe der 50- bis 59-Jährigen liegt der Anteil der Käufe auf Datenträgern bei 47 Prozent, was sogar einen Anstieg gegenüber dem Vorjahr (41 Prozent) bedeutet.

„Downloads bei Games steigen weiter an. Im Vergleich zum klassischen Datenträger im Handel ist der Download für viele ein besonders einfacher Weg, Games zu erwerben“, sagt Felix Falk, Geschäftsführer des game. „Gleichzeitig greifen die Spielenden vor allem bei Konsolen-Games zu Datenträgern, da diese etwa als Erweiterung der Spielesammlung im Regal oder durch limitierte Sondereditionen nach wie vor besonders beliebt sind.“

Marktbilanz: Wachstumspause trotz Digitalisierung

Trotz des Digitalisierungstrends verzeichnete der deutsche Games-Markt 2024 eine Wachstumspause: Der Umsatz mit Games, Hardware und Online-Gaming-Services sank um 6 Prozent auf 9,4 Milliarden Euro. Besonders betroffen waren die klassischen Spieleverkäufe für PC, Konsole und Smartphone (-17 Prozent) sowie der Hardwaremarkt (-10 Prozent). Lediglich das Segment der Online-Gaming-Services legte deutlich zu und wuchs um 12 Prozent auf 965 Millionen Euro.

Diese Entwicklungen zeigen: Die Branche steht trotz technologischem Wandel und neuen Vertriebsmodellen vor ökonomischen Herausforderungen – aber auch vor Chancen, die sich aus veränderten Konsumgewohnheiten ergeben.


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