Wenige Tage vor dem Start meldet die gamescom neue Höchststände bei Ausstellenden, Fläche und Länderpavillons. Mehr als 1.600 Unternehmen aus 67 Ländern nehmen 2026 an der Kölner Messe teil. Die gesamte Bruttofläche von 233.000 Quadratmetern sei erstmals vollständig ausgebucht, teilten die Veranstalter Koelnmesse und game – Verband der deutschen Games-Branche mit.

Gegenüber 2025, als 1.568 Ausstellende gezählt wurden, wächst die Zahl der beteiligten Unternehmen damit um mindestens 32 beziehungsweise gut zwei Prozent. Der Auslandsanteil bleibt unverändert bei 70 Prozent. Die Zahl der vertretenen Ausstellerländer sinkt allerdings von 72 auf 67. Die internationale Präsenz wird daher nicht breiter über sämtliche Kennzahlen, zeigt sich aber stärker in den Gemeinschaftsständen: 47 Länderpavillons aus 40 Staaten sind angekündigt. Im Vorjahr waren es 40 Pavillons aus 35 Ländern. Neu vertreten sind Bulgarien, Marokko, Nigeria, Ungarn und Zypern.

Auch auf der Besuchsseite zeichnet sich eine hohe Nachfrage ab. Die Wildcards sowie die Tagestickets für Samstag sind bereits ausverkauft. Felix Falk, Geschäftsführer des game, verweist neben den Ausstellerzahlen auf die politische Bedeutung der Veranstaltung. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier besucht die gamescom 2026 und eröffnet den gamescom congress. Koelnmesse-Chef Gerald Böse sieht die Nachfrage zugleich als Beleg für die wirtschaftliche Relevanz der Messe für Deutschland, Europa und die internationale Games-Branche.

Indie-Bereich wächst stärker als die Gesamtmesse

Besonders deutlich legt die gamescom indie area zu. Mehr als 420 Unternehmen sollen dort Hunderte Spiele präsentieren. Verglichen mit 364 Unternehmen im Jahr 2025 entspricht das einem Plus von rund 16 Prozent. Das Wachstum fällt damit erheblich stärker aus als bei der Gesamtzahl der Ausstellenden. Die Veranstalter greifen diese Entwicklung mit dem gamescom-Trend „Kleine Teams, große Erfolge“ auf.

Für kleine Studios ist die vergrößerte Fläche nicht nur eine Publikumsbühne. Rund um die Messe treffen sie auf Publisher, Dienstleister und Kapitalgeber. Der gamescom invest circle bringt am 27. August ausgewählte Games- und GameTech-Start-ups mit Investoren und strategischen Partnern zusammen. Das 2023 mit PIRATEx gestartete Format konzentriert sich auf Early-Stage-Finanzierung und kuratiertes Matchmaking.

Das öffentliche Programm wird erneut durch Livestreams ergänzt. Dazu gehören die Opening Night Live am 25. August, die awesome indies show, das Charity-Speedrunning-Format gamescom GDQ und das gamescom studio. Das Online- und Vor-Ort-Angebot gamescom epix verbindet Quests und digitale Sammelkarten; von 67 Kartenmotiven sollen 19 erstmals auch physisch erhältlich sein. Am 29. und 30. August verlängert das gamescom city festival mit Konzerten von Thees Uhlmann & Band und The Notwist die Veranstaltung in die Kölner Innenstadt.

Entwicklerkonferenz und Congress bilden die Business-Woche

Das Fachprogramm beginnt bereits vor der Publikumsmesse. Die gamescom dev findet am 24. und 25. August statt. Für die offizielle Entwicklerkonferenz sind mehr als 380 Speakerinnen und Speaker, 230 Sessions und 18 Bühnen angekündigt. Zum Programm gehören Keynotes von Tencent-Manager Amir Satvat und Anthony Gallegos, Creative Director von Subnautica 2. Neue Tracks widmen sich Animation, Level Design sowie KI in Gameplay und Produktion.

Am 27. August folgt der gamescom congress mit Beiträgen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung und Gesellschaft. Thematische Schwerpunkte sind „Spielfeld Demokratie“ und „Der Games-Effekt“. Parallel ergänzt der invest circle das Angebot für Start-ups und Kapitalgeber. Die B2B-App gamescom biz führt 2026 die Funktionen für gamescom, gamescom dev und gamescom congress in einer gemeinsamen Oberfläche zusammen.

Die gamescom läuft vom 26. bis 30. August 2026 auf dem Gelände der Koelnmesse. Die Opening Night Live findet am Vorabend statt. Die nun veröffentlichten Zahlen zeigen vor allem zweierlei: Das etablierte Messegeschäft wächst weiter, während die deutlichsten Zuwächse bei Indie-Studios und international organisierten Gemeinschaftsständen entstehen.

A

RedaktionRedaktion GameBiz