Die gamescom will ihr gesellschaftliches Engagement zur Ausgabe 2026 erneut deutlich ausweiten. Unter den Initiativen gamescom cares und gamescom goes green bündeln die Veranstalter Koelnmesse und game – Verband der deutschen Games-Branche künftig noch mehr Maßnahmen rund um Barrierefreiheit, Awareness, Ressourcenschonung und demokratische Teilhabe. Damit soll das weltgrößte Games-Event nicht nur als Messe und Branchentreffpunkt, sondern auch als sozial und ökologisch verantwortliche Plattform weiter gestärkt werden.
Ein zentraler Schritt betrifft die Barrierefreiheit auf dem Gelände. Ab der gamescom 2026 stehen Ausstellenden erweiterte Accessibility Guidelines zur Verfügung, die als praktische Orientierung für die Planung barrierearmer Stände dienen sollen. Ergänzt wird dies durch eine ausgeweitete Selbstverpflichtung. Künftig geht es nicht mehr nur um einen stufenfreien Zugang zur Standfläche, sondern auch um verpflichtende Hinweise zur Barrierefreiheit einzelner Angebote am Stand. Ziel ist es, die Aufenthaltsqualität für Menschen mit Behinderung zu erhöhen und das Bewusstsein für ihre Rolle als selbstverständlicher Teil der Games-Community weiter zu stärken. Die Leitfäden geben unter anderem Empfehlungen für barrierefreie Warteschlangen, Anspielstationen, Rückzugsorte und den Umgang mit sensorischer Überforderung. Unterstützt wurde die Entwicklung unter anderem durch das Netzwerk Barrierefreies Gaming. Zusätzlich sollen der Standortfinder um weitere Informationen zur Barrierefreiheit ergänzt und das Angebot reservierbarer Rollstühle ausgebaut werden.
Auch im Bereich Awareness kündigt die gamescom weitere Ausbaustufen an. So soll es 2026 einen zusätzlichen Awareness-Schalter im Norden des Geländes geben. Darüber hinaus wird das Awareness-Team vergrößert, damit Besucherinnen und Besucher vor Ort schneller und umfassender unterstützt werden können. Bereits etablierte Angebote wie Ruheräume und der Dienst Saferspaces bleiben ebenfalls Teil des Konzepts. Die Veranstalter setzen damit den Kurs fort, die gamescom als möglichst sicheren und zugänglichen Raum für unterschiedliche Zielgruppen weiterzuentwickeln.
Im Nachhaltigkeitsbereich kommt 2026 eine neue Kooperation hinzu. Erstmals arbeitet die gamescom mit der Kölner Tafel e. V. zusammen. Ausstellende sollen überschüssige Lebensmittel aus ihrem Standcatering am Ende eines Veranstaltungstags unkompliziert spenden können. Damit sollen Lebensmittel vor der Entsorgung bewahrt und zugleich soziale Einrichtungen in der Region unterstützt werden. Parallel dazu wird auch die bestehende Zusammenarbeit mit Trash Galore weiter ausgebaut. Nachdem bisher vor allem Materialien von gamescom-eigenen Eventflächen weitervermittelt wurden, können nun auch Ausstellende freiwillig übrige Standbaumaterialien über das Angebot abgeben. Im vergangenen Jahr konnten laut Veranstaltern bereits 2.260 Kilogramm Material vor der Entsorgung bewahrt werden. Die geschätzte CO₂-Einsparung durch Wiederverwendung lag bei rund 5.000 Kilogramm.
Hinzu kommen fortlaufende Klimaschutzmaßnahmen, die bereits in den vergangenen Jahren etabliert wurden. Dazu zählen die Vermeidung, Reduzierung und Kompensation von CO₂-Emissionen durch die gamescom selbst, freiwillige Klimaschutzbeiträge der Ausstellenden über ClimatePartner sowie die Green Tickets zugunsten des gamescom forest. 2025 wurden nach Angaben der Veranstalter mehr als 12.500 Green Tickets verkauft, was einem Plus von etwa 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der gamescom forest ist mittlerweile auf rund 33.500 Quadratmeter angewachsen.
Neu ist 2026 außerdem ein klares Signal in Richtung demokratischer Teilhabe. Im Rahmen der gamescom wird mit Games Done Quick erstmals das bekannte Speedrunning-Format GDQ in Europa stattfinden. Vom 28. bis 30. August sollen dabei Spenden für die Initiative Gaming for Democracy gesammelt werden. Das Projekt der Stiftung Digitale Spielekultur in Zusammenarbeit mit der Bertelsmann Stiftung will soziales Engagement und demokratische Werte über Spielekultur stärken. Damit erweitert die gamescom ihr gesellschaftliches Profil um eine weitere Dimension und verknüpft Community-Aktivität direkt mit einem politischen und sozialen Anliegen.
Felix Falk, Geschäftsführer des game-Verbands, betont in diesem Zusammenhang die besondere Verantwortung der gamescom als Leitveranstaltung der Games-Welt. Gerald Böse, Vorsitzender der Geschäftsführung der Koelnmesse, verweist darauf, dass gesellschaftliche Fragestellungen längst veranstaltungsübergreifend eine wichtige Rolle spielten und die gamescom hier seit Jahren eine Vorreiterfunktion einnehme.
Mit dem Ausbau von gamescom cares und gamescom goes green versucht die gamescom 2026 damit, mehrere Themen gleichzeitig stärker zu verankern. Barrierefreiheit, ein respektvolles Miteinander, Ressourcenschonung und gesellschaftliches Engagement sollen nicht nur als begleitende Initiativen mitlaufen, sondern sichtbarer Teil des Gesamterlebnisses werden.
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