gamescom dev startet 2026 erstmals eigenen Legal Summit für Games-Jurist

Die gamescom dev erweitert ihr Konferenzprogramm 2026 um ein neues Fachformat für die Rechtsseite der Branche. Mit dem gamescom dev legal summit erhält die Entwicklerkonferenz erstmals ein eigenes Nachmittagsprogramm für Games-Jurist. Das neue Format findet am Dienstag, 25. August, auf Stage 4 statt und richtet sich an Praktiker aus Europa und darüber hinaus.

Organisiert wird der Legal Summit gemeinsam von game – Verband der deutschen Games-Branche und Video Games Europe. Inhaltlich soll die Veranstaltung aktuelle regulatorische Entwicklungen aufgreifen, die für die Games-Branche in Europa und international zunehmend relevanter werden. Dazu gehören unter anderem EU-Gesetzgebung, Selbstregulierung, Inhouse-Perspektiven aus großen Unternehmen sowie ein Blick auf politische Entwicklungen in den USA.

Durch das Programm führen Henner Hentsch, Director Legal & Regulatory Affairs beim game-Verband, Konstantin Ewald, Partner bei Osborne Clarke und Vorstandsmitglied der Video Game Bar Association, sowie Anselm Rodenhausen, VP Legal & Policy bei Video Games Europe. Damit ist der Summit klar als Fachformat mit enger Anbindung an Verband, Kanzlei- und Unternehmenspraxis positioniert.

Zum Auftakt ist eine Keynote von Axel Voss, Mitglied des Europäischen Parlaments, angekündigt. Unter dem Titel „From Brussels with Love“ soll es um zentrale regulatorische Themen für die Branche gehen, darunter das AI Omnibus, das Digital Omnibus sowie die laufende Bewertung der DSM-Richtlinie. Gerade für Publisher, Plattformen und Verbände dürften diese Themen zunehmend relevant werden, da die EU-Regulierung immer stärker in digitale Märkte und Inhalte hineinwirkt.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Jugendschutz und Alterskennzeichnung. In einer Session zu neuen gemeinsamen Standards bei Altersfreigaben diskutieren Dirk Bosmans von PEGI und Elisabeth Secker von der USK über die jüngsten Änderungen bei interaktiven Risikokategorien. Im Mittelpunkt stehen neue Kriterien zu In-Game-Käufen, bezahlten Zufallselementen, Mechaniken mit Rückkehranreizen und uneingeschränkter Online-Kommunikation. Für Entwicklerstudios und Publisher sind das Themen mit direkter Auswirkung auf Produktbewertung und Vermarktung in Europa.

Mit „From Regulation to Reality: EU Video Games Law through the Inhouse Lens“ ist zudem eine Panelrunde angekündigt, in der Rechtsverantwortliche von Ubisoft, Nintendo of Europe, Warner Bros. Games und Wooga ihre Perspektiven auf die wichtigsten juristischen Herausforderungen der Branche teilen. Damit rückt der Summit nicht nur Gesetzgebung in den Fokus, sondern auch die praktische Umsetzung im Unternehmensalltag.

Ergänzt wird das Programm durch ein Meta-Format zu juristischen Branchenkonferenzen selbst. Gaetano Dimita von der Queen Mary University of London und Sergei Klimov vom Games Industry Law Summit sprechen darüber, wie Fachveranstaltungen für Games-Jurist erfolgreich aufgebaut und langfristig relevant gehalten werden können.

Mit dem neuen Legal Summit reagiert die gamescom dev auf einen Bereich, der für die Branche spürbar an Bedeutung gewinnt. Zwischen Plattformregulierung, Jugendschutz, KI, Verbraucherschutz und internationalen Marktanforderungen wird juristische Expertise für Studios, Publisher und Verbände zunehmend zu einem strategischen Faktor. Dass dieses Thema nun ein eigenes Format innerhalb der gamescom dev erhält, ist deshalb auch ein Signal für die weitere Professionalisierung des europäischen Games-Standorts.


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