Gamevestor sichert sich über eine Million Euro für regulierte Crowdinvesting-Plattform für Games

Das französische Start-up Gamevestor hat eine Finanzierungsrunde in Höhe von mehr als einer Million Euro abgeschlossen. Mit dem Kapital soll Anfang 2026 Europas erste regulierte Crowdinvesting-Plattform speziell für Videospiele an den Start gehen. Ziel ist es, Entwicklerinnen und Entwicklern eine Alternative zu klassischen Publishing- und Finanzierungsmodellen zu bieten und gleichzeitig Gamer stärker an der wirtschaftlichen Entwicklung von Spielen zu beteiligen.

Gegründet wurde Gamevestor von den Branchenveteranen Ivan Marchand (zuvor unter anderem bei EA und Google) und Arthur Van Clap (ehemals Ubisoft). Die Plattform ermöglicht es privaten und institutionellen Investoren, sich direkt an ausgewählten Videospielprojekten zu beteiligen und – bei kommerziellem Erfolg – an den Erlösen teilzuhaben. Damit positioniert sich Gamevestor an der Schnittstelle zwischen Fintech und Games-Branche.

Hintergrund ist ein zunehmend schwieriger Finanzierungsmarkt für Studios. Trotz eines globalen Marktvolumens von mehr als 188 Milliarden US-Dollar stehen insbesondere unabhängige Entwickler vor steigenden Kosten, wachsendem Wettbewerb und höheren Risiken. Gamevestor will hier ansetzen, indem es Investitionen in Games einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich macht und klassische Crowdfunding-Elemente wie Vorverkäufe oder Community-Building mit einem regulierten Beteiligungsmodell kombiniert.

An der Finanzierungsrunde beteiligten sich mehrere Akteure aus dem Finanz- und Kreativsektor. Zu den Investoren zählen unter anderem ForsVC, ein auf die Unterhaltungs- und Kreativbranche spezialisierter belgischer Fonds, LeanSquare als Teil des Noshaq-Fonds aus Lüttich sowie Ben Fiquet, CEO von Lizardcube. Ergänzt wurde die Runde durch Business Angels und öffentliche Förderungen, darunter BPI France, die Region Auvergne-Rhône-Alpes und die Initiative Grand Annecy.

Regulatorisch ist Gamevestor in Frankreich bei ORIAS registriert und von der Finanzmarktaufsichtsbehörde AMF für Investitionen innerhalb der Europäischen Union zugelassen. Das Unternehmen betont, dass bewusst auf Kryptowährungen oder Web3-Modelle verzichtet wird. Stattdessen setzt die Plattform auf ein klassisches, reguliertes Crowdinvesting-Modell mit klaren Compliance-Strukturen.

Zur Absicherung der Investoren hat Gamevestor ein mehrstufiges Prüf- und Kontrollsystem etabliert. Jedes Projekt wird vorab von einem unabhängigen Expertengremium aus Games- und Finanzspezialisten bewertet. Die Auszahlung der Mittel erfolgt schrittweise entlang definierter Projektmeilensteine; bei Nichterreichen der Ziele sind Teilrückerstattungen vorgesehen. Zusätzlich sollen transparente Informationen zu Risiken, Finanzstruktur und Zielen jeder Kampagne bereitgestellt werden.

Der öffentliche Start der Plattform ist für Anfang 2026 geplant. Die frischen Mittel sollen neben dem technischen Launch auch Marketing- und Kommunikationsmaßnahmen finanzieren, darunter Medienarbeit, Partnerschaften und Kampagnen zur Einführung in mehreren europäischen Märkten. Mittelfristig plant Gamevestor zudem den Ausbau des Teams, etwa in den Bereichen Studio-Betreuung, Investor Relations und Marketing. Kurzfristig liegt der Fokus jedoch auf einem stabilen und regulatorisch sauberen Start der Plattform.


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