Der polnische Games-Unternehmer Michał Kiciński, Mitgründer von CD PROJEKT und einer der größten Anteilseigner des Konzerns, hat 100 Prozent der Anteile an GOG übernommen. Die Transaktion markiert die vollständige Ausgliederung der DRM-freien Vertriebsplattform aus der CD-PROJEKT-Gruppe. Der Kaufpreis beträgt 90,7 Millionen polnische Złoty und wurde vollständig über gesicherte Finanzierungsmittel abgewickelt. Ein Verkauf von CD-PROJEKT-Anteilen durch Kiciński war damit nicht verbunden.
GOG wurde 2008 von Michał Kiciński gemeinsam mit Marcin Iwiński gegründet und war über 17 Jahre Teil der CD-PROJEKT-Gruppe. Die Plattform hat sich als führender Anbieter für DRM-freie Spiele etabliert und verfolgt das Ziel, Games dauerhaft spielbar zu halten. Auch nach der Übernahme soll GOG unabhängig operieren und an seiner bisherigen Ausrichtung festhalten. „Von Anfang an basierte GOG auf klaren Werten und Prinzipien. Die Idee war einfach: Klassiker zurück zu den Spielerinnen und Spielern zu bringen und sicherzustellen, dass ein gekauftes Spiel ihnen wirklich gehört – für immer“, sagt Kiciński.
Trotz der strukturellen Trennung bleibt die Zusammenarbeit zwischen GOG und CD PROJEKT bestehen. Beide Unternehmen haben im Zuge der Transaktion einen neuen Distributionsvertrag unterzeichnet, der unter anderem vorsieht, künftige Titel von CD PROJEKT RED weiterhin auf GOG zu veröffentlichen. Dazu zählen auch kommende Spiele aus den Marken The Witcher und Cyberpunk 2077. „Mit unserem klaren Fokus auf eine ambitionierte Entwicklungs-Roadmap und den Ausbau unserer Franchises war jetzt der richtige Zeitpunkt für diesen Schritt“, erklärt Michał Nowakowski, Joint CEO von CD PROJEKT.
Für GOG sieht das Management in der neuen Eigentümerstruktur eine strategische Chance. „GOG und Michał Kiciński verbindet der gemeinsame Glaube, dass Spiele für immer leben sollten“, sagt Maciej Gołębiewski, Managing Director von GOG. In einem Markt, der zunehmend von Plattformbindung, Fragmentierung und schnelllebigen Releases geprägt sei, wolle GOG sein Profil weiter schärfen: Klassiker wiederbeleben, sie technisch aktuell halten und neuen wie älteren Spielen langfristige Sichtbarkeit verschaffen.
Kiciński betont zudem seine persönliche Nähe zum Kerngeschäft von GOG. Als langjähriger Spieler klassischer Titel sehe er gerade in zeitlosen Games einen stabilen Gegenpol zu einem Markt mit wachsender Menge kurzlebiger Inhalte. Neben der Pflege des Backkatalogs wolle GOG auch künftig gezielt neue Spiele mit Retro-DNA fördern. Mehrere Projekte, an denen er selbst beteiligt ist, sollen 2026 auf der Plattform erscheinen.
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