Montag, Januar 19, 2026

Nachhaltigkeit als Branchenstandard: Sustainable Games Alliance veröffentlicht weltweit erstes Emissions-Framework für die Games-Industrie

Ein Jahr nach ihrer Gründung präsentiert die Sustainable Games Alliance (SGA) mit dem Sustainable Games Standard das erste global einsetzbare Emissions-Reporting-Framework, das speziell für die Anforderungen der Spielebranche entwickelt wurde. Über 30 Mitglieder und Partner weltweit nutzen den Standard bereits – von Indie-Studios bis hin zu internationalen Publishern.

Die SGA wurde 2024 als Non-Profit-Kooperation zwischen Studios, Universitäten und Verbänden ins Leben gerufen. Ihr Ziel: Games zur nachhaltigsten Unterhaltungsform der Welt machen. Mit dem heutigen Launch wird aus dieser Vision Realität. Das neue Framework soll Studios helfen, Emissionen über den gesamten Produktionsprozess hinweg messbar, vergleichbar und reduzierbar zu machen – inklusive Design, Publishing, Infrastruktur und Hardwareeinsatz.

„Mit dem Sustainable Games Standard bekommt die Branche ein Tool, das aufzeigt, wie Spiele tatsächlich entstehen – und wie wir diesen Prozess nachhaltiger gestalten können“, sagt Maria Wagner, Managing Director der Sustainable Games Alliance. „Wir vereinen erstmals Unternehmen, Verbände und Forschung unter einem Standard. So schaffen wir die Basis für strategische Veränderung.“

Branchenübergreifendes Tool – offen für alle

Der Sustainable Games Standard ist frei zugänglich und richtet sich explizit an Studios jeder Größenordnung. Er wurde entlang der tatsächlichen Produktions- und Lieferketten der Spieleindustrie entwickelt – also nicht als allgemeines CSR-Instrument, sondern als maßgeschneidertes Framework mit konkreten Vorteilen:

  • Präzise Emissionsmessung für Game-spezifische Prozesse
  • Vergleichbarkeit zwischen Titeln und Unternehmen
  • Unterstützung bei regulatorischen Anforderungen (z. B. in der EU)
  • Optimierung von Energieverbrauch, Ladezeiten und Hardwarelast
  • Bessere Datentransparenz entlang der gesamten Wertschöpfungskette

Breite Unterstützung aus der Industrie

Vertreter großer Player wie Unity, SYBO oder Rovio unterstreichen die Bedeutung des neuen Standards. Tommi Lappalainen (Rovio) nennt fehlende Infrastruktur-Daten als großes Hindernis auf dem Weg zur Emissionsreduktion – ein Problem, das der SGA-Standard adressiert. Auch Laurent Gibert (Unity Montreal) betont: „Energieeffizienz ist ein Wettbewerbsvorteil – für Spieler und für die Branche insgesamt.“

Bereits für 2025 und 2026 plant die SGA begleitende Workshops, Best-Practice-Präsentationen und Case Studies zur Umsetzung des Standards. Der Aufruf ist klar: Entwickler, Publisher, Plattformen und Investoren weltweit sind eingeladen, sich der Initiative anzuschließen – für eine Zukunft, in der Nachhaltigkeit Teil der Spielentwicklung ist.


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