Rockfish Games erhält acht Millionen Euro Förderung für nächsten Everspace-Titel

Das Hamburger Studio Rockfish Games erhält für die Entwicklung des nächsten Spiels der Everspace-Reihe eine Förderung in Höhe von acht Millionen Euro. Nach Angaben des Unternehmens stammt das Geld vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt und stellt damit die derzeit höchste Fördersumme dar, die aus diesem Fonds an einen deutschen Videospielentwickler vergeben wurde.

Die Mittel werden über einen Zeitraum von fünf Jahren ausgezahlt und sollen neben der eigentlichen Entwicklung auch den Ausbau des Teams ermöglichen. Rockfish Games spricht in diesem Zusammenhang von mehreren neuen Arbeitsplätzen. Für das unabhängige Studio ist die Förderung ein wichtiger Hebel, um den nächsten Teil der Science-Fiction-Marke größer anzulegen und zugleich die eigene Position als deutsches Self-Publishing-Studio weiter zu stärken.

CEO und Mitgründer Michael Schade bezeichnet die Zusage als wichtigen Schritt für das Studio und zugleich als Signal für den Standort Deutschland. Rockfish Games gehöre seit mehr als zehn Jahren zu den prägenden Studios des Landes und zeige, dass technisch starke, kreativ eigenständige Spiele made in Germany auch international erfolgreich sein können. Nach Angaben des Unternehmens stammen rund 85 Prozent der Umsätze aus dem Ausland, während die Gewinne in Deutschland versteuert werden.

Die Everspace-Reihe hat sich in den vergangenen Jahren zu einer festen Größe im Space-Action-Segment entwickelt. Rockfish Games baute zunächst über Crowdfunding eine Community auf und landete mit dem ersten Teil einen Überraschungserfolg. Insgesamt wurden laut Studio mehr als 2,4 Millionen Einheiten der Reihe auf PC und Konsolen verkauft. Everspace 2 wurde 2024 beim Deutschen Computerspielpreis als bestes deutsches Spiel ausgezeichnet.

Auch die jüngere Erweiterung Everspace 2: Wrath of the Ancients wurde teilweise durch das deutsche Förderprogramm finanziert. Das Add-on ergänzte das Spiel unter anderem um vier neue Sternensysteme, ein neues Spielerschiff und zusätzliche Inhalte für die Zeit nach dem Hauptspiel. Nach Angaben des Studios waren daran mehr als 25 deutsche Entwickler, Künstler und Programmierer beteiligt.

Mit dem neuen Förderbescheid bestätigt Rockfish Games zugleich, dass das nächste Projekt erneut im Everspace-Universum angesiedelt sein wird. Laut Schade soll die Finanzierung nicht nur die Ambitionen für den neuen Titel spürbar erhöhen, sondern auch Investitionen in neue Spielerlebnisse ermöglichen, die intern bereits in einem Prototyp getestet wurden. Ziel sei es, Fans das bislang stärkste Weltraum-Action-Erlebnis des Studios zu liefern.

Das Förderprogramm des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt sieht Zuschüsse von bis zu 50 Prozent der förderfähigen Projektkosten vor. Die Förderung beginnt in der Regel bei 300.000 Euro und ist pro Projekt bei acht Millionen Euro gedeckelt. In den vergangenen Jahren wurde das jährliche Gesamtbudget des Programms nach Unternehmensangaben von 88 Millionen auf mehr als 120 Millionen Euro erhöht.

Rockfish Games verweist in diesem Zusammenhang auch auf die schwierige Lage der Games-Branche. Trotz hoher Umsätze weltweit habe es in den vergangenen Jahren zahlreiche Studioschließungen gegeben. Gerade für unabhängige Entwickler seien staatliche Förderungen deshalb ein zentraler Faktor für Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und langfristige Stabilität. Bereits zuvor hatte das Studio Unterstützung aus dem Programm für Everspace 2: Titans, Everspace 2: Wrath of the Ancients sowie 2025 für einen Prototypen in Höhe von 521.005 Euro erhalten.


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