Montag, Januar 19, 2026

Sechs neue Spieleideen: Gamecity Hamburg fördert Prototypen mit bis zu 80.000 Euro

Hamburg setzt auch 2025 gezielt auf Games-Förderung: Im Rahmen der siebten Runde der Prototypenförderung unterstützt Gamecity Hamburg sechs neue Spieleprojekte mit insgesamt knapp 375.000 Euro. Die finanzielle Unterstützung von bis zu 80.000 Euro pro Projekt wird als nicht rückzahlbarer Zuschuss vergeben und dient dazu, vermarktungsfähige Prototypen zu entwickeln und den Grundstein für nachhaltige Unternehmensgründungen am Standort Hamburg zu legen. Ziel ist es, jungen Studios, aber auch etablierten Teams eine solide Basis für die Weiterentwicklung ihrer Projekte und eine spätere Markteinführung zu geben.

Seit 2020 wurden so insgesamt 37 Spielkonzepte gefördert. Viele dieser Projekte haben sich inzwischen einen Namen gemacht, wurden auf internationalen Messen präsentiert oder konnten Preise gewinnen. Für Gamecity Hamburg ist die Förderung nicht nur ein wirtschaftliches Instrument, sondern auch ein Signal: Hamburg soll ein attraktiver, innovationsfreudiger Ort für Spieleentwicklung bleiben – mit einer aktiven Community, Vernetzungsangeboten und professioneller Infrastruktur.

Die Auswahl der geförderten Projekte erfolgte durch ein mit Branchenexpert*innen besetztes Gremium: Nina Müller (Goodgame Studios), Jonas Hüsges (Daedalic Entertainment), Valentina Birke (Indie Arena Booth / Super Crowd), Michael Schade (Rockfish Games) und Dennis Schoubye (Gamecity Hamburg) bewerteten die eingereichten Konzepte nach Marktrelevanz, Innovation, Qualität und Umsetzbarkeit.

Vielfalt in Genre und Spielmechanik

Die sechs geförderten Spiele spiegeln die kreative Bandbreite des Hamburger Games-Ökosystems wider. Vom düsteren Koop-RPG über eine Tierheim-Simulation bis hin zum humorvollen Roguelite im Weltall reicht das Spektrum der diesjährigen Förderprojekte. 

NeverLight von Nightless Games ist ein kooperatives Rollenspiel, das Spieler*innen in eine düstere Fantasy-Welt mit Extraction-Gameplay führt. Bis zu drei Jäger*innen machen sich gemeinsam auf die Suche nach Monstern – und müssen ihre wertvolle Beute sichern, um sie nicht zu verlieren. Neben taktischer Koordination steht vor allem die Dynamik des Risikos im Mittelpunkt.

Mit Pet Universe knüpft Tivola Games an die Tradition erfolgreicher Simulationsspiele an. In einer 3D-Umgebung bauen Spieler*innen ein Tierheim auf, pflegen und vermitteln Tiere und gestalten ihren Alltag mit realitätsnahen Elementen. Der Fokus liegt dabei auf Empathie, Strategie und Community-Building.

Space Station Manager von gameXcite hingegen richtet sich an Fans von Aufbau- und Strategiespielen. Spieler*innen organisieren den Betrieb einer Raumstation, rekrutieren Crews, planen Kämpfe und verwalten Ressourcen. Ergänzt wird das Konzept durch Echtzeit-Weltraumkämpfe und taktische Entscheidungen in der Galaxie.

Multiplayer-Wettbewerb steht bei Unbreachable von Buckfish im Vordergrund. In jeder Runde bauen Spieler*innen eine Festung, die sich im direkten Vergleich mit den Konstruktionen anderer Spielender behaupten muss. Es geht um effizientes Design, kluge Platzierung und den Kampf um die Bestenliste – mit einem hohen Wiederspielwert.

In Deep Fog Signals von Symmetry Break Studio erwartet die Spielenden ein atmosphärisch dichter Sci-Fi-Horror mit Puzzle-Elementen. Während eines giftigen Sturms sind sie in einer abgelegenen Forschungsstation gefangen und müssen mithilfe von Funksignalen, Crew-Management und Logikrätseln ihre Flucht vorbereiten.

Den Abschluss bildet Cosmic Run von Zinktank Labs – ein farbenfrohes Roguelite mit satirischem Unterton. In einer galaktischen Diktatur steuern Spieler*innen ihr Raumschiff durch feindliche Sektoren, verbessern ihre Ausrüstung und erleben je nach gewähltem Charakter eine individuelle Geschichte mit hohem Wiederspielwert.

Verankerung in der Szene und Blick nach vorn

Bemerkenswert ist auch die Zusammensetzung der geförderten Studios. Neben etablierten Namen wie Tivola oder gameXcite erhalten auch kleinere Teams und Ein-Personen-Studios eine Bühne. Dies spiegelt die Zielsetzung der Prototypenförderung wider, sowohl Start-ups als auch erfahrene Entwickler*innen zu fördern und somit die Vielfalt der Branche zu stärken.

Seit 2024 ist zudem eine Diversity-Checklist Teil des Bewerbungsverfahrens. Damit lädt Gamecity Hamburg die Bewerber*innen dazu ein, sich bewusst mit der Repräsentation in ihren Teams und Projekten auseinanderzusetzen. Die Angaben sind freiwillig, können vom Vergabegremium jedoch ergänzend in die Bewertung einbezogen werden.

Entwickler*innen und Studios, die ebenfalls von der Förderung profitieren möchten, haben 2026 wieder die Gelegenheit, sich zu bewerben. Parallel läuft aktuell noch die Bewerbung für den Games Lift Inkubator 2025, der bis zu fünf Teams mit intensiver Betreuung, Workshops und 15.000 Euro Förderung unterstützt.

Weitere Informationen zu den geförderten Projekten, zur Prototypenförderung und zur laufenden Inkubator-Bewerbungsphase gibt es unter:
👉 www.gamecity-hamburg.de/de/foerderung/#Gefrderte_Projekte_2025


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