Microsoft hat das am 30. Juni 2026 beendete Geschäftsjahr mit deutlichen Zuwächsen abgeschlossen. Der Konzernumsatz stieg um 18 Prozent auf 331,84 Milliarden US-Dollar. Der operative Gewinn legte um 21 Prozent auf 155,24 Milliarden US-Dollar zu, der Nettogewinn nach GAAP um 31 Prozent auf 133,75 Milliarden US-Dollar. Innerhalb dieser starken Konzernergebnisse entwickelte sich das Xbox-Geschäft jedoch rückläufig.

Der mit Xbox erzielte Jahresumsatz sank laut Microsofts Geschäftsbericht von 23,46 Milliarden auf 21,79 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Rückgang um 1,67 Milliarden US-Dollar beziehungsweise rund sieben Prozent. Microsoft bezeichnet den Geschäftsbereich inzwischen als „Xbox“, nachdem er zuvor unter „Gaming“ geführt worden war.

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Besonders deutlich fiel der Rückgang im Hardwaregeschäft aus. Die Erlöse mit Xbox-Konsolen sanken im Gesamtjahr um 29 Prozent. Microsoft führt dies auf geringere Verkaufszahlen zurück. Absolute Umsätze für das Hardwaregeschäft weist der Konzern weiterhin nicht gesondert aus.

Die Erlöse mit Xbox-Inhalten und -Diensten gingen um fünf Prozent zurück, währungsbereinigt betrug das Minus sechs Prozent. In diese Kategorie fallen Spiele von Microsoft und Drittanbietern, In-Game-Verkäufe, der Xbox Game Pass, weitere Abonnements, Cloud Gaming sowie Werbe- und andere Clouddienste. Nach Angaben des Konzerns konnte ein Wachstum beim Game Pass den Rückgang nur teilweise ausgleichen. Belastend wirkte zudem der Vergleich mit starken Veröffentlichungen eigener Spiele im Vorjahr.

Im Jahresverlauf verschlechterte sich die Entwicklung zunehmend. Die Erlöse mit Xbox-Inhalten und -Diensten stiegen im ersten Quartal noch um ein Prozent. Im zweiten und dritten Quartal folgte jeweils ein Minus von fünf Prozent, im vierten Quartal schließlich ein Rückgang um zehn Prozent. Der gesamte Xbox-Umsatz sank im Schlussquartal ebenfalls um zehn Prozent beziehungsweise währungsbereinigt um elf Prozent. Die Hardwareerlöse gingen dabei um 13 Prozent zurück.

Aus dem Jahresumsatz und den im Neunmonatsbericht veröffentlichten Zahlen lässt sich für das vierte Quartal ein Xbox-Umsatz von rund 4,98 Milliarden US-Dollar errechnen. Im Vorjahresquartal waren es noch 5,53 Milliarden US-Dollar. Damit gingen innerhalb eines Quartals rund 549 Millionen US-Dollar verloren. Bei diesen Werten handelt es sich um eine Berechnung von GameBiz auf Basis der Microsoft-Angaben.

Xbox ist Teil des Segments „More Personal Computing“, das außerdem Windows, Geräte sowie Suchmaschinen- und Nachrichtenwerbung umfasst. Der Jahresumsatz dieses Segments sank um ein Prozent auf 54,05 Milliarden US-Dollar. Der operative Gewinn erhöhte sich dennoch um zwei Prozent auf 14,39 Milliarden US-Dollar. Im vierten Quartal fiel der operative Gewinn dagegen um 14 Prozent auf 2,75 Milliarden US-Dollar. Die operative Marge lag bei 21 Prozent. Ein eigenständiges Betriebsergebnis für Xbox veröffentlicht Microsoft nicht.

Die jährlichen Betriebsausgaben des Segments stiegen um 940 Millionen US-Dollar beziehungsweise sechs Prozent. Microsoft begründet dies unter anderem mit Abschreibungen und weiteren Aufwendungen im Xbox-Geschäft sowie höheren konzernweit verteilten Entwicklungskosten. Im vierten Quartal belasteten Abfindungen und Xbox-Abschreibungen das operative Ergebnis. Zusammen mit geringeren Aufwendungen für ein freiwilliges Ausscheidungsprogramm ergab sich ein negativer Effekt von 500 Millionen US-Dollar. Wie viel davon ausschließlich auf die Xbox-Abschreibungen entfiel, nennt Microsoft nicht.

Konzernchef Satya Nadella erklärte im Analystengespräch, Microsoft habe Entscheidungen beim Inhalteportfolio, bei der Plattform und im operativen Geschäft getroffen, um Xbox neu aufzustellen. Im Geschäftsjahr 2027 soll der Bereich wieder wachsen. Die Maßnahmen stehen im Zusammenhang mit dem bereits angekündigten tiefgreifenden Umbau der Xbox-Organisation.

Kurzfristig bleibt der Ausblick allerdings schwach. Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 erwartet Microsoft bei Xbox-Inhalten und -Diensten erneut einen Rückgang im mittleren einstelligen Prozentbereich. Auch die Hardwareerlöse sollen weiter sinken.

Die Zahlen zeigen, dass das Wachstum des Game Pass derzeit nicht ausreicht, um die schwächeren Spieleverkäufe und den deutlichen Einbruch im Konsolengeschäft auszugleichen. Da Microsoft weder die Zahl der Game-Pass-Abonnenten noch ein eigenständiges Xbox-Ergebnis ausweist, bleibt die tatsächliche Profitabilität der Sparte weiterhin offen.

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RedaktionRedaktion GameBiz